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Geschichte

1912 - 1933

Am 12. Februar 1912 fällt in dem Film-Atelier „Kleines Glashaus“ in Babelsberg die erste Klappe zu Urban Gads Stummfilm Der Totentanz mit Asta Nielsen – mit diesem Geburtsdatum ist Studio Babelsberg das älteste Filmstudio der Welt.

Nach dem Ersten Weltkrieg fusioniert die Produktionsfirma Deutsche Bioscop Gesellschaft mit der deutschen Niederlassung des französischen Filmkonzerns Eclair „Decla“ in Babelsberg zur „Decla Bioscop“.

Kleines Glashaus um 1912
Quelle: Deutsche Kinemathek

1921 geht die Decla Bioscop in der 1917 gegründeten Universum Film AG (UFA) auf. Diese errichtet 1926 für die Großfilmproduktion Metropolis von Fritz Lang das inzwischen "Marlene-Dietrich-Halle" genannte Großatelier.

Mit dem Bau des ersten deutschen Tonfilmateliers in Babelsberg im Jahre 1929, dem "Tonkreuz", beginnt ein neues Kapitel der Filmgeschichte. Melodie des Herzens mit Willy Fritsch ist der erste deutsche komplett vertonte Spielfilm Deutschlands.

Es folgt 1930 die Uraufführung von Der blaue Engel von Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich und Emil Jannings in den Hauptrollen.

Josef von Sternberg mit Marlene Dietrich bei den Dreharbeiten zu DER BLAUE ENGEL
Quelle: Deutsche Kinemathek

1933 - 1945

Die wirtschaftlichen Rezessionen Ende der 20er Jahre bringen die UFA an den Rand des Ruins. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 werden unter der Aufsicht des „Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“ eine Anzahl NS-Propagandafilme gedreht. Filmemacher wie Josef von Sternberg, Fritz Lang, Ernst Lubitsch, Billy Wilder und Stars wie Marlene Dietrich verlassen Deutschland und suchen ihr Glück in Hollywood.

Neben den Propagandafilmen werden in Babelsberg eine Vielzahl von Unterhaltungsfilmen gedreht, die die deutsche Bevölkerung von den kriegsbedingten Erschwernissen ablenken sollen. Unter anderen entstehen Münchhausen und die bis heute beliebte Feuerzangenbowle. Die Stars der Zeit heißen Zarah Leander, Heinz Rühmann und Hans Albers.

Szenenbild MÜNCHHAUSEN
©bpk

Joseph Goebbels kontrolliert die nunmehr verstaatlichte UFA und greift als Propagandaminister in die Filmproduktion ein. Unter der Maßgabe Goebbels, dass Unterhaltung auch „kriegswichtig“ sei, produziert die verstaatlichte Filmindustrie noch bis in die letzten Kriegstage von 1945. Im August des Jahres 1945 fällt das Kerngelände der Filmstadt unter alliiertes Recht und ist bis 1947 von der sowjetischen Militäradministration besetzt.

1946 - 1990

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs lässt der Neuanfang nicht lange auf sich warten. Bereits am 4. Mai 1946 fällt die erste Klappe zu Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns mit Hildegard Knef. Am 17. Mai 1946 wird die deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft DEFA (Deutsche Film AG) gegründet. Das Studio wird zum exklusiven Ort für die Kinospielfilmproduktion in der DDR und avanciert mit rund 2.500 Angestellten zu den größten Arbeitgebern der Region.

Dreharbeiten zu DIE MÖRDER SIND UNTER UNS mit Hildegard Knef
©DEFA-Stiftung/E. und H. Thiele, Quelle: Filmmuseum Potsdam
Winfried Glatzeder in DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA
©DEFA-Stiftung/Manfred Damm, Quelle: Filmmuseum Potsdam

In der Zeit von 1946 bis 1990 werden auf dem Babelsberger Areal mehr als 1.200 Kino- und Fernsehfilme verschiedener künstlerischer und politischer Ausrichtungen produziert, u.a. Das kalte Herz (1950), Der Untertan (1951), Die Geschichte vom kleinen Muck (1953), Nackt unter Wölfen (1963), Das singende, klingende Bäumchen (1957), Das Kaninchen bin ich (1965), Spur der Steine (1966), Die Legende von Paul nund Paula (1973), Solo Sunny (1980) oder Coming Out (1989). Jakob der Lügner wird 1976 als einziger DDR-Film für einen Oscar nominiert.

Szenenbild aus DIE GESCHICHTE VOM KLEINEN MUCK von Wolfgang Staudte
©DEFA-Stiftung/Eduard Neufeld, Quelle: Filmmuseum Potsdam
Lutz Moik und Erwin Geschonneck in DAS KALTE HERZ
©DEFA-Stiftung/Erich Kilian, Quelle: Filmmuseum Potsdam

1990 - 2003

Im August 1992 verkauft die Treuhandanstalt die ehemaligen DEFA-Filmstudios in Babelsberg an den französischen Konzern Compagnie Générale des Eaux (heute: Vivendi Universal).

Das Unternehmen investiert in den folgenden 12 Jahren ca. 500 Millionen Euro in das Filmstudio und die Medienstadt. Damit wird die Infrastruktur geschaffen, um sich heute erfolgreich am Markt zu behaupten.

Luftbild Studio Babelsberg (2000)
Szenenbild aus SONNENALLEE
Dreharbeiten zu DER PIANIST

2004 - 2011

Im Juli 2004 verkauft Vivendi Studio Babelsberg an die Beteiligungsgesellschaft FBB - Filmbetriebe Berlin Brandenburg GmbH, hinter der Dr. Carl L. Woebcken und Christoph Fisser als Gesellschafter stehen. Im Frühjahr 2005 erfolgt die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft.

2007 ist das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Privatisierung im Jahr 1992 – 12 deutsche und internationale Kinofilme werden produziert, u.a. Der Vorleser, Operation Walküre, Das Bourne Ultimatum.

Kate Winslet und David Kross in DER VORLESER

2009 arbeiten mit Quentin Tarantino und Roman Polanski zwei der weltweit bekanntesten Regisseure in Babelsberg. Die Filme Inglourious Basterds und Der Ghostwriter finden nach ihren Kinostarts international große Beachtung und Anerkennung.

2010-2011 werden in Studio Babelsberg unter anderem die Filme Unknown Identity, The Apparition, Wer ist Hanna?, Chicken with Plums und Die drei Musketiere 3D produziert.

Szenenbild aus DIE DREI MUSKETIERE
Dreharbeiten zu INGLOURIOUS BASTERDS mit Regisseur Quentin Tarantino

2012 - heute

2012 feiert Studio Babelsberg das 100-jährige Jubiläum. Zum Festakt am 12. Februar wird die restaurierte Fassung von dem ersten Babelsberg-Film, Der Totentanz, aufgeführt. Das Jubiläum wird von zahlreichen Veranstaltungen und Sonderausstellungen begleitet u.a. im Filmmuseum Potsdam, in der Deutschen Kinemathek Berlin, im Museum of Modern Art in New York und im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin.

Die Stars geben sich die Klinke in die Hand: Mit mehreren internationalen Produktionen (Die Bücherdiebin, Monuments Men - Ungewöhnliche Helden, Grand Budapest Hotel, The Voices) kommen in 2013 u.a. George Clooney, Wes Anderson, Cate Blanchett, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Tilda Swinton, Adrien Brody, Ralph Fiennes, Matt Damon, Ryan Reynolds, Gemma Arterton, Willem Dafoe, Jeff Goldblum und Harvey Keitel nach Babelsberg.

2014 werden erstmalig in der Geschichte des Studios drei internationale Premieren im Wettbewerb der Berlinale gefeiert. Studio Babelsberg koproduziert im gleichen Jahr u.a. Die Tribute von Panem – Mockingjay, Point Break und Steven Spielbergs Bridge of Spies - Der Unterhändler.

2015 wird Wes Andersons Grand Budapest Hotel mit vier Oscars ausgezeichnet: Bestes Szenenbild (Adam Stockhausen), Bestes Make-up (Frances Hannon, Mark Coulier), Bestes Kostümbild (Milena Canonero) und Beste Filmmusik (Alexandre Desplat).

Dreharbeiten GRAND BUDAPEST HOTEL

In 2016 eröffnet Studio Babelsberg eine der größten und modernsten Außenkulissen Europas, die Neue Berliner Straße/Metropolitan Backlot. Mit vier Straßenzügen in unterschiedlichen Architekturstilen und mehreren Innenhöfen lässt sich das flexible Backlot in jede Metropole der Welt umwandeln. Als erste Produktion wird Babylon Berlin realisiert.

Außenkulisse Metropolitan Backlot

Mit der fünften Staffel von Homeland (2015) kommt die erste internationale High-End-Serie nach Babelsberg. Es folgen immer mehr Produktionen für die Streamingdienste, u.a. Berlin Station (2016-2019), Sense8 (2016), Counterpart (2017-2019) und Dark (2017-2020).

2018 wird Potsdam als MediaTech Hub ausgezeichnet, unter anderem für das Volucap in Studio Babelsberg, das erste volumetrische Studio auf dem europäischen Festland. Das mit 32 Kameras ausgestattete Rundstudio ermöglicht VR- und AR-Projekte. Studio Babelsberg koproduziert u.a. Isle of Dogs, Verschwörung und 3 Engel für Charlie.

2019 wird ISLE OF DOGS in zwei Kategorien für die Oscars nominiert. In den letzten 20 Jahren erhielten Studio Babelsberg Produktionen 48 Nominierungen bei den Academy Awards und wurden mit insgesamt 15 Oscars in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet.

 
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